Die Luftwaffe

Die Luftwaffe ist die jüngste der drei großen Waffengattungen. Der erste ernsthafte Einsatz von Flugzeugen kam mit dem Ersten Weltkrieg. Damals hatten die meisten Nationen noch keine eigene Luftwaffe, sondern gliederten die Luftstreitkräfte dem Heer oder der Marine an. Militärisch richteten die hauptsächlich aus Holz und Stoff gefertigten Propellermaschinen kaum etwas aus; Bombardierungen erzielten nur geringe Wirkung. Um die Feindaufklärung zu verhindern, setzten die Hauptakteure (Großbritannien, Frankreich und Deutschland) erstmals Jagdflugzeuge ein. Zu großer Berühmtheit kam dabei der deutsche Baron Manfred von Richthofen, der (nach der Farbe seines Flugzeugs benannt) als „roter Baron“ bei Freund und Feind für seine Treffsicherheit bekannt war.

Durchbruch der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg

Die Erfahrungen flossen in die Entwicklung der Flugzeugtechnik ein und schufen die Grundlage des Zweiten Weltkriegs. Schnellere und besser ausgestattete Flugzeuge machten es erstmals möglich, den Kampf am Boden nicht nur aus der Luft zu unterstützen, sondern ihn bisweilen auch zu entscheiden. Während die deutsche Luftwaffe sich mit Mustern wie der Ju-87 („Stuka“) in erster Linie auf den taktischen Einsatz konzentrierte, setzten die Alliierten z. B. mit der B-17 auf strategische Langstreckenbomber. Im Verlauf des Krieges zeigte sich erstmals, dass die Erlangung der Lufthoheit in einem Kampfgebiet über Erfolg oder Misserfolg einer Operation (und des gesamten Krieges) entscheiden konnte. Hierfür setzten die Alliierten berühmte Muster wie Spitfire (Großbritannien) oder P-51 Mustang (USA) gegen die Me-109 der deutschen Luftwaffe ein. Die Me-262 galt gegen Ende des Kriegs als erster einsatzfähiger Düsenjäger.

Kalter Krieg beschleunigt Entwicklung

Die Weiterentwicklung bei den Strahltriebwerken führte bald schon zu Flugzeugen, welche die Schallmauer durchbrechen konnten. Der Kalte Krieg trieb die Entwicklung der Luftwaffe schnell voran. Atombomber wie die B-52 (USA) oder die Tu-95 (UdSSR) untermauerten die (mittlerweile widerlegte) Annahme, künftige Kriege könnten aus der Luft gewonnen werden. In den 60ern zeigte sich zunehmend, dass die Luftwaffe sehr verwundbar gegenüber Luftabwehr-Raketen war, worauf die Entwicklung von tief fliegenden, schnellen Jets wie der F-104 Starfighter oder der F-4 Phantom (bzw. MiG-19 oder MiG-21 im Osten) forciert wurde. Heute verfügen die USA über die schlagkräftigste Luftwaffe, die auch die sogenannte Stealth-Technologie einsetzt, um feindliche Gebiete überfliegen zu können. Zahlenmäßig besitzen die USA, Russland und China die meisten Flugzeuge. Aber auch die sehr professionelle und schlagkräftige israelische Luftwaffe zählt mit ihren modernen Mustern zur Weltspitze. Finanzielle Engpässe haben die Stückzahlen überall reduziert; die Luftwaffe setzt in vielen Ländern auf weniger Flugzeuge, die aber technisch auf dem neuesten Stand sind (beispielsweise Eurofighter). In Deutschland vollzieht sich der Wandel der Technologie heute eher langsam, was am fortgesetzten Einsatz von älteren Mustern wie der F-4 Phantom, dem Mehrzweckkampfflugzeug Tornado oder der Transportmaschine C-160 Transall zu sehen ist.

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