Zeppeline im Krieg

Graf Zeppelin konnte nicht ahnen, dass sein zigarrenförmiges Luftschiff jemals in einem Krieg eingesetzt werden würde, aber als der Erste Weltkrieg ausbrach, hoffte man, dieses neuartige Luftgefährt als eine Wunderwaffe einsetzen zu können.
Der Zeppelin erreichte aufgrund seiner Leichtbauweise mit Duraluminium weitaus größere Höhen als die damals gängigen Flugzeugmodelle mit ihren Holzgerüsten. Demzufolge waren sie auch schneller und konnten mit größeren Gewichtsmengen an Bomben bestückt werden. Sie hatten ebenfalls eine größere Reichweite, da sie aufgrund der damals innovativen Bauweise länger ohne Pause in der Luft bleiben konnten. Anfangs schien sich die Hoffnung, dass der Zeppelin ein sehr effektives Kampfmittel sei, auch zu erfüllen, denn die Zeppeline erwiesen sich als schwer bekämpfbar.

Das Wasserstoffgas, mit dem die „fliegenden Zigarren“ befüllt wurden, war bei weitem nicht so schnell entflammbar, wie man heute aufgrund der Hindenburg-Katastrophe vielleicht vermuten würde. So wurde das Zeppelin sowohl zu Aufklärungsflügen als auch für Luftangriffen eingesetzt. Leider war es so, dass die Militärstrategen, die den Einsatz der Luftschiffe betreuten, nur unzureichend geschult waren, was fatale Folgen nach sich zog. So konnte die feindlichen Alliierten durch Beschuss mit Infanteriefeuer einige Luftschiffe zur Strecke bringen, da die durchlöcherten Ballonhüllen zu viel Gas verloren. Ein Einsatz in der Nacht, statt am Tage, hätte das verhindern können. Alles in allem wurden im Zweiten Weltkrieg 88 Luftschiffe der Marke Zeppelin zum Einsatz gebracht. Insgesamt hatten sie aber jeweils eine nur sehr kurze Lebensdauer. Zwei Drittel von ihnen gingen verloren, die meisten davon durch feindlichen Beschuss, die anderen durch diverse Unfälle.

Trotzdem war der Zeppelin bis zum Kriegsende technologisch betrachtet ein Spitzenreiter. Der ineffektive Einsatz und die unzureichende Versiertheit der befehlshabenden Militärpersonen hatten den militärischen Misserfolg des Zeppelin herbeigeführt. Da die technologische Aufrüstung und eine verbesserte Ausstattung für die Luftschiffe zu teuer und zu schwierig gewesen wäre, verkündete Generalleutnant Ernst von Hoeppner , der der kommandierende General der deutschen Luftstreitkräfte war, 1917 die Einstellung der deutschen Heeresluftfahrt. Damit endete die Karriere des Zeppelin als Militärluftschiff. Gleichzeitig mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Niederlage endete auch der Einsatz des Zeppelin in der Luftwaffe des deutschen Heeres für alle Zeiten. Im Rahmen des Versailler Vertrages wurden alle noch verbliebenen Zeppeline, inklusive der Luftschiffhallen und der deutschen Fabrik, die das Traggas herstellte als Teil der Reparationsleistungen an die Alliierten ausgeliefert.

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